INFECTED RAIN – BUTCHER BABIES
Black Spikes
08.04.2026 Alte Feuerwache – Mannheim
INFECTED RAIN – BUTCHER BABIES
Black Spikes
08.04.2026 Alte Feuerwache – Mannheim
Wieder einmal ein Venue-Debüt für mich! Die Alte Feuerwache in Mannheim ist zentral gelegen und super mit den Öffis zu erreichen. Mit dem Auto ist die Parkregelung an dem hinter der Wache gelegenen Neckarparkhaus erstmal ein bisschen verwirrend. Wenn man die „blauen Bereiche“ erkannt bzw. gefunden hat, ist man mit 1€ pro Stunde bis 21:00Uhr verhältnismäßig günstig. Wer aber denkt er müsse keinen Schein ziehen, der wird mit 40,-€ Strafe in die Röhre schauen. Investiert also lieber die Kohle in den Merch der Bands. Da die erste Band BLACK SPIKES 20 Minuten früher anfängt, verpasse ich gut die Hälfte der Show der Litauer (ich sag ja „blaue Bereiche“ finden). Wie die anderen beiden Bands des Abends haben auch BLACK SPIKES mit Agni eine Frontfrau. Der Sound der Band ist moderner progressiver Metal mit reichlich elektronischen Elementen und die Texte sind so gut wie komplett in Litauisch. Außerdem setzt die Band stark auf Theatralik und visuelle Umsetzung. So ist zum Beispiel eine nicht musizierende Tänzerin mit von der Partie und Gitarrist Yaga trägt Fechtmaske und ein schwarzes Gewand. Das Kostüm von Bassistin Sime ist wahrscheinlich in der Hölle genäht worden. Einzig der zweite Gitarrist Mazvis geht als noch einigermaßen „normal“ durch. Insgesamt kommt BLACK SPIKES beim Publikum gut an. Mir persönlich gefallen die Songs „Imperatorė“ und die neue Single „Aurea“ vom kommenden Album am besten. Was richtig gut ankommt ist, Agni und Sime gehen direkt von der Bühne an den Merchstand, um Fans zu treffen.
Ich bin derweil gespannt wie sich die BUTCHER BABIES mit nur einer Frontfrau schlagen. Carla Harvey ist bekanntermaßen seit 2024 nicht mehr Teil der Modern Metal Band. Schon mit dem erstem Titel „Backstreets of Tennessee“ ist klar Heidi Shepherd wuppt das Ganze auch allein und meisterhaft! Es ist nur ein Mikrofon am Start, Carlas Parts werden einfach weggelassen bzw. übernimmt Heidi diese. Es ist ihr hoch anzurechnen, dass die zweite Stimme nicht vom Band kommt. Am Ende der Show finde ich diese Version der Band sogar noch besser, denn mit den zwei Frontfrauen war es mir auf der Bühne irgendwie zu hektisch. Somit geht auch so auf der Bühne die Post ab und alle sind unentwegt in Bewegung. Heidi ist wie immer sehr Fan nah und interagiert mit dem Publikum. Zum Hit „Spittin‘ Teeth“ fordert Heidi auf zum CirclePit und gegen Ende des Songs springt sie mitten zwischen die Fans und macht in dem Tumult mit. Im Anschluss gibt es ein kurzes Drum Solo, das die andern für eine kurze Verschnaufpause nutzen. Drummer Dave Nickles darf dann ebenfalls kurz verschnaufen, da Heidi zum vorletzten Titel „Last December“ eine sehr emotionale Geschichte dazu erzählt wie sie mit Depressionen und Selbstmordgedanken zu kämpfen hatte Nach diesem sehr persönlichen Song geht es nochmal mit Vollgas zu „Magnolia Blvd.“ Ein sehr intensiver und energiegeladener Auftritt endet! Als Heidi die Fans darum bittet nochmal alles für ein gemeinsames Foto zu geben, entschuldigt sie sich dafür, dass sie nun ihre Stimme verloren hat… trotzdem ist sie kaum runter von der Bühne und steht am Merchstand für Smalltalk, Fotos und Autogramme bereit. Was mich dabei ein bisschen fertig macht ist, dass sie weder außer Atem noch geschwitzt ist! Der Merchstand ist recht groß und jeder der drei Bands hat ca. fünf verschiedene T-Shirt Motive und ansonsten alles, was das Fan Herz begehrt. T-Shirt Preise ab EUR 40,- sind allerdings nicht gerade günstig…
Die Bühne ist für den Hauptact INFECTED RAIN schnell hergerichtet und Lena Scissorhands und ihre Truppe starten mit dem tournamengebenden Titel „Mutation Phase“ ihr Set. Hatte ich noch Bedenken, das es die moldawische Band schwer haben wird nach dem starken Auftritt von Butcher Babies, sind diese schnell verschwunden, denn die 430 Anwesenden feiern die Band heftig ab. Auch hier ist unentwegt Bewegung auf der Bühne vor allem, was Lena und Gitarrist Vadim „Vidick“ Ozhog angeht, der so heftig seine Dreadlocks durch die Luft wirbelt, so dass ich Angst habe das er kreislauftechnisch gleich umkippt. An dem guten ist auch nicht viel dran… Bassistin Alice Lane Pandini ist da eher der ruhigere coolere Gegenpol. Die Setlist eine Reise durch die bisherige Karriere mit Schwerpunkt auf neuem Material wie z.B. dem aktuellen Hit „Stranger“. Auch Lena interagiert viel mit dem Publikum und fordert die Fans zum Crowdsurfing auf und jeder der nach vorne kommt bekommt ein Highfive von ihr! Highlight des Auftrittes ist „The Realm Of Chaos“ zu dem, wie auch im dazugehörigen Video, Heidi Shepherd nochmal auf die Bühne kommt. Rundum ein toller Auftritt, für mich persönlich waren Butcher Babies ein klein bisschen besser!
Setlist: Butcher Babies
Backstreets of Tennessee – Red Thunder – Monsters Ball – Sincerity – Beaver Cage – It’s Killin‘ Time, Baby! – Sleeping With the Enemy – Lost In Your Touch – Black Dove – Spittin‘ Teeth – Last December – Magnolia Blvd.
Setlist: Infected Rain
Mutation Phase – The Answer Is You – Dying Light – Fighter – Orphan Soul – Black Gold – Stranger – The Realm of Chaos – Ut Supra – Pandemonium – Never To Return – Because I Let You – Judgemental Trap
BLUES PILLS
DeWolff
31.03.2026 Batschkapp – Frankfurt
BLUES PILLS
DeWolff
31.03.2026 Batschkapp – Frankfurt
Eine der tragischen Figuren oder eher gesagt Bands der Corona-Pandemie sind für mich BLUES PILLS. Natürlich wurden alle gebeutelt, aber hier empfinde ich es besonders stark. BLUES PILLS waren vor der Pandemie die Band der Stunde. Tolle Alben, die größten Festivals wurden gespielt und mit jedem Jahr rutschte man im Billing weiter hoch. Die eigenen Tourneen waren länger und die Konzertlokationen immer größer. Ende 2019 war man sehr damit beschäftigt das nächste Album „Holy Moly!“ aufzunehmen mit dem die Erfolgsgeschichte weitergeführt werden sollte! VÖ geplant im Juni 2020 – Mitten im ersten Lockdown! Das Verschieben auf August 2020 brachte natürlich auch nichts und somit konnte das Album nicht Live beworben werden. Aber Live Shows sind genau die Stärke dieser Band um Sängerin Elin Larsson und Gitarrist Zack Anderson. Nach der Pandemie konnte die Band leider nicht wieder richtig Fahrt aufnehmen und muss bei den Konzertlokationen größentechnisch erstmal zurückdrehen. Mit ihrem im August 2024 erschienen Album „Birthday“ im Gepäck geht es heute in die Batschkapp, wo man zuletzt 2014 das Publikum begeistern konnte. Als ich an der ´Kapp kurz vor Einlass ankomme, bin ich überrascht wie wenig Leute da sind. Innen ist dann auch noch der hintere Teil durch einen Vorhang abgehängt… „Oh je, oh weh,“ denke ich mir. Am Ende ist der „offene“ Bereich dann aber doch noch sehr gut mit ca. 500 Musikbegeisterten gefüllt!
Als Opener ist das niederländische Trio, bestehend aus den Brüdern Luka (d,v) und Pablo van de Poel (g,v) sowie Robin Piso (Hammondorgel ,k,v), DEWOLFF am Start. Ich kannte die Band bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Leute, was soll ich sagen = der Hammer. Der Sound der Band – eine Mischung aus Classic-/ Psychedelic- und Blues-Rock – ist ja normalerweise nicht unbedingt mein Ding, aber so wie es hier zelebriert wird ist es einfach nur geil. Vor allem der charismatische Sänger/Gitarrist Pablo ist ein hervorragender Entertainer, der zum Teil während der Songs und zwischen den Songs sehr viel mit dem Publikum redet und agiert. Ich habe auch nicht gesehen das ein Gitarrist während eines Songs mit der Greifhand die Saiten spielt und in seiner rechten das Mikro hält und singt bzw. das Publikum mit Witzen bespaßt oder dabei auf der Bühne rumflitzt. Vor dem letzten Song legt die Band sogar noch eine „Commercial Break“ ein und stellt ihr Merchandise vor. Neben den üblichen Dingen gibt es hier auch Socken und ein Kartenspiel. Bei den Socken preist Pablo den 50% Rabatt an, also kaufe eine Socke und die zweite gibt es umsonst dazu! Nicht wenige folgendem dem Aufruf, nachdem die Band unter tosendem Applaus die Bühne verlässt. Für mich ist diese Band „die Neuentdeckung“ des Jahres 2026!
Das gute bei den beiden heutigen Bands ist, der Umbau geht schnell, trotz dessen, dass das DeWolff Schlagzeug abgebaut und das von BLUES PILLS aufgebaut wird. Ansonsten findet man nicht viel Technik auf der Bühne. Der Sound ist bei beiden Bands großartig! Blues Pills starten nach kurzem Intro mit „Highclass Woman“ voll durch. Sängerin Elin ist dabei noch deutlich agiler als sonst und steht keinen Moment lang still. Auch hüpft sie schon beim ersten Titel, wärend einem Instrumentalpart, in den Graben um jeden Einzelnen in der ersten und zweite Reihe per Handshake oder Fistbump zu begrüßen. Nach der Begrüßungsrunde klettert Elin über die im Graben stehenden Monitorboxen wieder zurück auf die Bühne, um dort weiter „Alarm“ zu machen. Zwischen den Songs erwähnt sie immer wieder wie dankbar sie dem Publikum für die Unterstützung ist. Outfitmäßig hat sich bei Elin im Laufe der letzten Jahre auch Einiges getan. Am Anfang der Karriere trug sie noch Hippie/Vintage Look und war meist barfuß unterwegs, heute trägt sie einen Hotpantseinteiler mit Glitzer und Pailletten sowie hohen Zebrastiefeln. Der wie immer sehr ruhige Zack Anderson ist auf dieser Tour der Hahn im Korb, denn am Bass ist nun neu Agnes Roslund und am Schlagzeug sitzt Lina Anderberg, die den eigentlichen Schlagzeuger André Kvarnström, der wegen eines Motoradunfalls mit Beinbruch ausfällt, vertritt. Die beiden sind so gut eingespielt, dass man denkt sie wären schon immer dabei. Auch an der Setliste gibt es nichts zu meckern. Genug tolle Songs hat die Band ja auf ihren vier Alben und 2 EPs. Den Abschluss des überaus gelungenem Dienstagabend mit zwei megaguten Livebands macht mein absoluter Favoriten Song von BLUES PILLS – „Devil Man“! Text: Denis H.
Setlist: BLUES PILLS
High Class Woman – Kiss My Past Goodbye – Bliss – Proud Woman – Top of the Sky – Black Smoke – Birthday – Don’t You Love It – Lady in Gold – Low Road – Bye Bye Birdy – Little Sun – Devil Man
THE GEMS
King Zebra – Mia Karlsson
25.03.2026 Colos-Saal – Aschaffenburg
THE GEMS
King Zebra – Mia Karlsson
25.03.2026 Colos-Saal – Aschaffenburg
Setlist: The Gems
Year of the Snake – Queens – Send Me to the Wolves – Clout Chaser – Go Along to Get Along – Hot Bait – Live and Let Go – Forgive and Forget – Gravity – Stars – Math Ain’t Mathing – Buckle Up – AkustikMedley (Ease Your Pain – Running – Fruits of My Labor) – Kiss It Goodbye – Firebird – Diamond in the Rough – Happy Water – Like a Phoenix
FJØRT
Ashes Of Pompeii
19.03.2026 Schlachthof – Wiesbaden
FJØRT
Ashes Of Pompeii
19.03.2026 Schlachthof – Wiesbaden
Für die letzte Ausgabe im Way Up Magazin konnte ich leider nur einen Live-Bericht liefern. Dass sich das jetzt ändert, steht zu bezweifeln, da leider oft die Zeit dafür fehlt. Aber manchmal funktioniert es doch und so war ich am 19. März 2026 im Wiesbadener Schlachthof auf einem Konzert der Band FJØRT. Kennt ihr FJØRT? Falls nicht, dann ab in Spotify, nicht dass ihr mit „belle époque“ eines der besten Posthardcore-Alben des Jahres verpasst. Der Review erfolgt aber an anderer Stelle, hier geht es um die Live-Performance der Band (und die ist ebenfalls ausgezeichnet). Und wenn die Band zur „Bé FJØRT Tour“ ruft, dann kommen die Fans sowie viele Schaulustige und Interessierte. Dafür, dass es die erste Tour der Band vor so großem Publikum ist, ist der Schlachthof sehr gut gefüllt.
An diesem Donnerstagnachmittag beginnt das Line-Up aber erst einmal mit nur einer Vorband, ASHES OF POMPEII. Das Magazin „Visions“ hat das aktuelle Album der Band als „solide“ bis „langweilig“ bezeichnet: Live scheint sich dieser Eindruck fortzusetzen. Die Performance selbst ist in Ordnung. Vor allem der körperliche Einsatz des Sängers und des Bassisten zeigen, dass die Band alles gibt. Aber musikalisch will der Funke nicht überspringen. Die Gitarren sind solide, der Sound ist gut, der Gesang ist gut. Aber irgendwie ist das alles Posthardcore-Standard. Das Publikum erwidert die Musik mit respektvollen Ablaus und die Rhythmen bewegen die Köpfe, aber zu mehr scheint die Musik das Publikum nicht zu motivieren. Das ist schade, denn die Band scheint sehr sympathisch zu sein. Aber Sympathie reicht nicht immer aus, um musikalisch in Erinnerung zu bleiben. Außer der Bassist, dessen energetischer Auftritt und dessen Ansagen dann doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.
FJØRT sind dagegen ein ganz anderes Level. Es bleibt mir schleierhaft, wie man zu Dritt auf der sehr großen Bühne so eine unglaublich gute Figur machen kann. Bei der Energie und Bewegung wirkte der Platz fast schon zu klein für diese Band. Bevor es aber losgeht, bedankt sich die Band für das Interesse und den Support der Fans und bittet um gegenseitigen Respekt über große Schriftzüge im Backdrop. Dann geht es mit dem ersten, sehr heftigen Song „ær“ los. Der Track vom neuen Album „belle époque“ zeigt direkt, wie heftig es bei diesem Konzert dann sein kann. Der Sound zunächst düster, dann voll auf 100. Bassist David Frings und Gitarrist Chris Hell wechseln sich beim Gesang ab, Drummer Frank Schophaus treibt die Musik nach vorn. Bassist David interagiert dabei direkt mit dem Publikum. Und bereits nach dem ersten Song bleiben dem Hörer Sätze wie „Wenn wir dann könnten, dann können wir nicht mehr“ im Kopf. Dann geht es direkt mit einer Mischung aus älteren Hits weiter, und alles macht Spaß. Egal ob der 2016er Track „Anthrazit“ oder „Windschief“ und „Südwärts“ vom 2017er Album „Couleur“. Die Songs machen Laune und das Publikum singt, klatscht und feiert mit. Trotz der politisch aufgeladenen und an manchen Stellen schwer zugänglichen Musik ist das hier Unterhaltung pur. Dafür sorgen die bewegungsfreudigen Musiker auf der Bühne. Die Fans hören dann auch noch eine Anekdote der Band, als sie mal auf Tour mit dem Bus direkt aus Zagreb nach Wiesbaden fahren mussten, um am nächsten Tag ein Konzert zu spielen. Das nenne ich Aufopferungsbereitschaft. Die Fans erfahren auch, dass es nicht einfach war, das neue Album zu schreiben, mit all dem, was in der Welt so los ist. Die schwerste Kost kommt aber wahrscheinlich vom aktuellen Album. Die neuen Songs werden zwar auch noch mit anderen Songs durchmischt, sodass das starke und sehr politische „mir“ direkt vor dem geilen „lod“ kommt, aber das geniale „messer“ und das drückende „‘43“ sind dann doch die Highlights vom neuen Album. Der letztgenannte Song, der den aktuellen Ruck nach Rechtsaußen aus historischer Sicht beleuchtet und die Verantwortung der Generationen für die deutsche Geschichte (und Zukunft) benennt, endet in einer flammenden Rede von Bassist David gegen Rechtsradikale und Faschisten sowie jede Art von Diskriminierung, die das ganze Publikum mitreißt (wahrlich vom Mischpult gesprochen, bevor er zurück zur Bühne crowdsurft). Das nenne ich mal einen starken politischen Auftritt. Das reguläre Set wird mit dem Uraltsong „Valhalla“ abgeschlossen. Doch auf das Publikum wartet mehr: Das überaus starke „yin“ vom neuen Album, „feivel“ vom letzten Album „nichts“ und der perfekte Rausschmeißer „nacht“ runden den Abend als Zugabe perfekt ab.
Abschließend lässt sich eines sagen: Einerseits setzt die Band nicht nur auf die Songs vom neuen Album, das ziemlich hoch in den Charts gelandet ist, sondern spielt auch viele ältere Songs, was positiv auffällt (und bei anderen Bands nicht selbstverständlich ist). Andererseits springt der Funke über und das Publikum feiert die Band, die politisch und voller Energie zur Sache geht. FJØRT werden mit jedem Album größer und sie sind sicherlich nicht zu klein für den Schlachthof, auch wenn sie weiterhin sehr sympathisch und bodenständig sind. Und am Ende wurden vom Autor auf Bitten der Band auch noch ein paar Euro an den Tierschutz gespendet, so viel muss sein. Text: David G.
Setlist: FJØRT
ær – Südwärts – Anthrazit – kolt – Windschief – mir – lod – bonheur – fernost – messer – ’43 – Couleur – Valhalla – yin – feivel – nacht
HIRAES
Nopreachers
07.02.2026 Nachtleben – Frankfurt
HIRAES
Nopreachers
07.02.2026 Nachtleben – Frankfurt
Ich muss gestehen, dass als ich las, dass HIRAES (wieder) im Nachtleben spielen, war ich nicht sonderlich begeistert, denn das war schon beim letzten Mal fast aus allen Nähten geplatzt und eine größere Lokation hätte auch gefüllt werden können. Wie z.B. das Colos-Saal in Aschaffenburg. Entgehen wollte ich mir die Show aber auch nicht, da ich fester Überzeugung war das Frontfrau Britta Görtz ein nicht ausschlagbares Angebot einer schwedischen Band bekommen hat, dies sich gerade von ihrer blauhaarigen Sängerin getrennt hatten und dies die letzte Tournee von HIRAES sein würde. Zudem ist heute Tourneestart und der ist immer besonders! Wer das Nachtleben kennt, weiß, dass die Samstagskonzerte immer schon früh beginnen, da danach immer noch Musik aus der Konserve den Club beschallt! So starten die Youngsters von NOPREACHERS kurz vor 19:00 Uhr. Die 2018 gegründete Band fährt hier ihre allererste Tournee und möchte natürlich alles richtig machen. Ja, das tun sie. Brachialer Melodic Death Metal mit Metalcore-Einschlag bringt die Bude zum Beben! Wer auf so einen Sound steht sollte die Band mal an checken unter: www.nopreachers.com. Dort findet man auch professionelle Videos u.a. zu „Burry me“ bei welchem Britta als Gast dabei ist. Nach dem anständigen Abriss sind die Fans genau auf richtiger Temperatur. Für meinen Geschmack lassen sich HIRAES ein bisschen lange bitten, bis es dann mit „Through the Storm“ los geht. Aber dann knallt es auch richtig. Das Publikum lässt sich für den ersten Moshpit nicht lange bitten und bevor es zum zweiten Titel „About Lies“ kommt sind die ersten durchgeschwitzt. Die Band, allesamt haben ihre winterliche Blässe, wie Britta zwischendurch erwähnt, auf der 70000 Tons of Metal Sause durch die Karibik verloren sind top drauf und super eingespielt. Die Setlist bietet einen super Querschnitt durch die beiden bislang erschienen Alben „Solitary“ sowie „Dormant“ und lässt keine Wünsche offen. Britta macht ihrem Spitznamen „Elchkuh“ alle Ehre und brüllt und Growl den einen oder anderen männlichen Kollegen in Grund und Boden und hat zwischendurch immer wieder Luft das Publikum mit ihren Ansagen zu unterhalten. Getoppt wird das Ganze davon das sie sich bei „Running Out of Time“ von der Bühne an den Bartresen kämpft und von dort aus den Song weiter performt. Leider ist dann auch schon nach den beiden folgenden Titeln „Under Fire“ und „Undercurrent“ Schluss. Was bleibt ist ein geiler Abend und HIRAES zeigen wie man modernen Meldodic Death Metal richtig zelebriert! Wie wir heute wissen, hat die schwedische Band eine neue Frontfrau gefunden und uns bleiben HIRAES hoffentlich noch lange erhalten… Beim nächsten Mal bitte in einem größeren Venue!
Setlist: HIRAES
Through The Storm – About Lies – Eyes Over Black – 1000 Lights – We Owe No One – Nightflight – Grain of Sand – Strangers – Dormant – Running Out of Time – Under Fire – Undercurrent –
ALTER BRIDGE
Daughtery – Sevendust
15.01.2026 Sporthalle – Hamburg
ALTER BRIDGE
Daughtery – Sevendust
15.01.2026 Sporthalle – Hamburg
Hamburg ist immer Reise wert und wenn es noch einen weiteren Grund gibt, dann umso besser! Im Mittelpunkt dieses Ausflugs in die Hansestadt stehen ALTER BRIDGE, die hier und heute ihre Welttournee zum neuen, gerade erschienen, selbstbetitelten Album starten! Saskia und ich haben uns ja schon vor langer Zeit als Fans der Amerikaner um Mark Tremonti (g), Brian Marshall (b) und Scott Phillips (d) – damals war Saskia bereits Fan der Vorgängerband Creed – und Myles Kennedy (v,g,; Slash & The Conspirators) geoutet.
Aber der Reihe nach. Als erstes stehen die Scott Phillips Kumpels SEVENDUST auf der Bühne der altehrwürdigen Stadthalle Hamburg im Stadtteil Winterhude. Was sofort auffällt als die Band mit „Black“ vom selbstbetiteltem Debüt von 1997 startet, Gitarrist Clint Lowery fehlt. Vertreten wird er durch Tim Tournier der hauptberuflich der Tourmanager der Band ist. Auch wenn der Sound der Band nicht so ganz meinen Geschmack trifft, finde ich die Live Performance toll. Vor allem Sänger Lajon Witherspoon kommt sehr sympathisch und charismatisch bei uns und dem Publikum an. Blickfang bleibt aber Schlagwerker Morgan Rose, der mit seinem dynamischen Spiel und der Gesichtsbemalung auffällt. Apropos Sound, der ist in der Hamburger Sporthalle, wie ich von ein paar Fans vor Ort gehört habe, immer problematisch. So kann man auch heute, bei allen drei Bands, das was aus den Boxen kommt mit den Worten wiedergeben: recht bescheiden! Die Band spielt an diesem Abend in ihren 30 Minuten Spielzeit, nur Material von ihren ersten vier, von insgesamt 13 erschienen Alben. Vom neuen, in wenigen Monaten erscheinenden Album „One“ wird nichts gespielt und so wird die Staffel mit „Face to Face“ an die folgenden Daughtry übergeben.
DAUGHTRY, gemessen an den Albumverkäufen in den USA sind mit über 6 Millionen verkaufter Alben die erfolgreichste Band des Billings, aber eben nicht hier in Deutschland! Los geht es mit „Divided“. Das sich hier alles um den Bandleader und Namensgeber Chris Daughtry (v,g) dreht sieht man alleine schon am Bühnenaufbau. Großes, bühnenbreites, Backdrop mit dem „Bandnamen“ im Hintergrund mit Chris in der Mitte und seine Begleitmusiker sind so weit am Bühnenrand, dass sie schon bald „neben“ runterfallen. Auch das Schlagzeug befindet sich an der Seite. Auch hier trifft der Sound der Band nicht meinen Geschmack und ist mir persönlich zu melancholisch und ohne Pfeffer. Das Publikum in den ersten Reihen feiert die Band aber ab und es finden sich auch sehr viele Fans in Daughtry Merch gekleidet. Auch wenn der Sound bescheiden ist, hört man das der ehemalige American Idol Teilnehmer Chris stimmlich angeschlagen ist. Vor allem das Journey Cover „Separate Ways“ verhunzt der Gute richtig! Warum er den Song überhaupt bringt, bleibt mir ein Rätsel, denn genug eigenes Material mit sechs Alben und drei EPs hat er, um die Spielzeit zu füllen hat! Immerhin liegt sein Hauptaugenmerk auf den letzten beiden EPs „Shock to the System“ Teil 1 und Teil 2 und natürlich fehlt sein bekanntester Hit „It’s Not Over“ nicht. Auch wie sich Chris auf der Bühne gibt, ist mir zu selbstverliebt und so bin ich ganz froh als nach fast 60 Minuten mit „Artificial“ Schluss ist!
Jetzt wird es aufregend! ALTER BRIDGE legen los mit ihrer neuen Single „Silent Divide“. Was als erstes auffällt, ist das Myles mit Brian die Position auf der Bühne getauscht hat und somit Myles nun links vorne vor dem Schlagzeug steht und Brain mehr in der Mitte unterwegs ist. Somit sieht man mehr von Scott. Mark Tremonti ist gewohnt auf der rechten Seite. Wie schon erwähnt ist das heute die erste Show der Welttournee zum neuen Album und so haben die Jungs ein paar Songs, genauer gesagt insgesamt 4, die noch nie auf der Bühne performed wurden. Mal schauen wie viele davon im Set bleiben. Viele Bands stellen ihr Set um, sobald sie merken, dass bestimmte Songs Live nicht funktionieren. Alter Bridge gehören sowieso zu den Bands, die gerne mal Umstellen und nicht steif auf ihrem einstudierten Programm beharren. Ich habe Alter Bridge seit ihrem „Blackbird“ Album schon oft gesehen und nie erlebt, dass sie eine schwache Show abgeliefert haben, und so ist es auch heute. Hier passt alles, bis auf die erwähnte Akustik der Halle, und vor allem gefällt mir wie sich der eher zurückhaltende Brian heute förmlich austobt. Die sympathischen „Zwei“ (Myles und Mark) sind wie gewöhnlich viel in Interaktion mit dem Publikum. Es ist ja eh so, dass die Band im Grunde zwei Frontmänner hat, die perfekt miteinander zusammenspielen. Auch bei der Setlist kann man nicht Meckern, Knaller wie „Addicted to Pain“, „Cry of Achilles“, „Metalingus“, „Rise Today“ das geniale „Open Your Eyes“ oder „Watch Over You“ werden gespielt. Und Titel wie „Fortress“, das über eine Instagram-Umfrage auf Wunsch der Fans ins Programm genommen wurde oder „Burn it Down“ das von Mark gesungen wird. „In Loving Memory“ mit Myles and Mark an den Akustikgitarren bringt sehr viel Abwechslungsreichtum ins Programm. Lediglich die beiden Alben „The Last Hero“ und „Pawns & Kings“ werden außenvorgelassen. Den Abschluss machen die beiden Knaller „Blackbird“ und „Isolation“. Besser kann man einen so tollen Konzertabend nicht abschließen und ich hoffe, dass das neue Album Alter Bridge auf die nächstgrößeren Bühnen bringt. Die Band hat es verdient! Text & Fotos: Denis H.
Setlist: Alter Bridge
Silent Divide – Addicted to Pain – Cry of Achilles – Down to My Last – Ghost of Days Gone By – Fortress – Burn It Down – What Lies Within – Open Your Eyes – Wouldn’t You Rather – In Loving Memory – Watch Over You – Tested and Able – Metalingus – Rise Today – Blackbird – Isolation





































































































