Way Up Magazin

HIRAES

Nopreachers

07.Feb.2026 Nachtleben – Frankfurt

Ich muss gestehen, dass als ich las, dass HIRAES (wieder) im Nachtleben spielen, war ich nicht sonderlich begeistert, denn das war schon beim letzten Mal fast aus allen Nähten geplatzt und eine größere Lokation hätte auch gefüllt werden können. Wie z.B. das Colos-Saal in Aschaffenburg. Entgehen wollte ich mir die Show aber auch nicht, da ich fester Überzeugung war das Frontfrau Britta Görtz ein nicht ausschlagbares Angebot einer schwedischen Band bekommen hat, dies sich gerade von ihrer blauhaarigen Sängerin getrennt hatten und dies die letzte Tournee von HIRAES sein würde. Zudem ist heute Tourneestart und der ist immer besonders! Wer das Nachtleben kennt, weiß, dass die Samstagskonzerte immer schon früh beginnen, da danach immer noch Musik aus der Konserve den Club beschallt! So starten die Youngsters von NOPREACHERS kurz vor 19:00 Uhr. Die 2018 gegründete Band fährt hier ihre allererste Tournee und möchte natürlich alles richtig machen. Ja, das tun sie. Brachialer Melodic Death Metal mit Metalcore-Einschlag bringt die Bude zum Beben! Wer auf so einen Sound steht sollte die Band mal an checken unter: www.nopreachers.com. Dort findet man auch professionelle Videos u.a. zu „Burry me“ bei welchem Britta als Gast dabei ist. Nach dem anständigen Abriss sind die Fans genau auf richtiger Temperatur. Für meinen Geschmack lassen sich HIRAES ein bisschen lange bitten, bis es dann mit „Through the Storm“ los geht. Aber dann knallt es auch richtig. Das Publikum lässt sich für den ersten Moshpit nicht lange bitten und bevor es zum zweiten Titel „About Lies“ kommt sind die ersten durchgeschwitzt. Die Band, allesamt haben ihre winterliche Blässe, wie Britta zwischendurch erwähnt, auf der 70000 Tons of Metal Sause durch die Karibik verloren sind top drauf und super eingespielt. Die Setlist bietet einen super Querschnitt durch die beiden bislang erschienen Alben „Solitary“ sowie „Dormant“ und lässt keine Wünsche offen. Britta macht ihrem Spitznamen „Elchkuh“ alle Ehre und brüllt und Growl den einen oder anderen männlichen Kollegen in Grund und Boden und hat zwischendurch immer wieder Luft das Publikum mit ihren Ansagen zu unterhalten. Getoppt wird das Ganze davon das sie sich bei „Running Out of Time“ von der Bühne an den Bartresen kämpft und von dort aus den Song weiter performt. Leider ist dann auch schon nach den beiden folgenden Titeln „Under Fire“ und „Undercurrent“ Schluss. Was bleibt ist ein geiler Abend und HIRAES zeigen wie man modernen Meldodic Death Metal richtig zelebriert! Wie wir heute wissen, hat die schwedische Band eine neue Frontfrau gefunden und uns bleiben HIRAES hoffentlich noch lange erhalten… Beim nächsten Mal bitte in einem größeren Venue! Text & Fotos: Denis H.

Setlist: Hiraes

Through the Storm – About Lies – Eyes Over Black – 1000 Lights – We Owe No One – Nightflight – Grain of Sand – Strangers – Dormant – Running Out of Time – Under Fire – Undercurrent

ALTER BRIDGE

Daughtery – Sevendust

15.Jan.2026 Sporthalle – Hamburg

Hamburg ist immer Reise wert und wenn es noch einen weiteren Grund gibt, dann umso besser! Im Mittelpunkt dieses Ausflugs in die Hansestadt stehen ALTER BRIDGE, die hier und heute ihre Welttournee zum neuen, gerade erschienen, selbstbetitelten Album starten! Saskia und ich haben uns ja schon vor langer Zeit als Fans der Amerikaner um Mark Tremonti (g), Brian Marshall (b) und Scott Phillips (d) – damals war Saskia bereits Fan der Vorgängerband Creed – und Myles Kennedy (v,g,; Slash & The Conspirators) geoutet.

Aber der Reihe nach. Als erstes stehen die Scott Phillips Kumpels SEVENDUST auf der Bühne der altehrwürdigen Stadthalle Hamburg im Stadtteil Winterhude. Was sofort auffällt als die Band mit „Black“ vom selbstbetiteltem Debüt von 1997 startet, Gitarrist Clint Lowery fehlt. Vertreten wird er durch Tim Tournier der hauptberuflich der Tourmanager der Band ist. Auch wenn der Sound der Band nicht so ganz meinen Geschmack trifft, finde ich die Live Performance toll. Vor allem Sänger Lajon Witherspoon kommt sehr sympathisch und charismatisch bei uns und dem Publikum an. Blickfang bleibt aber Schlagwerker Morgan Rose, der mit seinem dynamischen Spiel und der Gesichtsbemalung auffällt. Apropos Sound, der ist in der Hamburger Sporthalle, wie ich von ein paar Fans vor Ort gehört habe, immer problematisch. So kann man auch heute, bei allen drei Bands, das was aus den Boxen kommt mit den Worten wiedergeben: recht bescheiden! Die Band spielt an diesem Abend in ihren 30 Minuten Spielzeit, nur Material von ihren ersten vier, von insgesamt 13 erschienen Alben. Vom neuen, in wenigen Monaten erscheinenden Album „One“ wird nichts gespielt und so wird die Staffel mit „Face to Face“ an die folgenden Daughtry übergeben.

DAUGHTRY, gemessen an den Albumverkäufen in den USA sind mit über 6 Millionen verkaufter Alben die erfolgreichste Band des Billings, aber eben nicht hier in Deutschland! Los geht es mit „Divided“. Das sich hier alles um den Bandleader und Namensgeber Chris Daughtry (v,g) dreht sieht man alleine schon am Bühnenaufbau. Großes, bühnenbreites, Backdrop mit dem „Bandnamen“ im Hintergrund mit Chris in der Mitte und seine Begleitmusiker sind so weit am Bühnenrand, dass sie schon bald „neben“ runterfallen. Auch das Schlagzeug befindet sich an der Seite. Auch hier trifft der Sound der Band nicht meinen Geschmack und ist mir persönlich zu melancholisch und ohne Pfeffer. Das Publikum in den ersten Reihen feiert die Band aber ab und es finden sich auch sehr viele Fans in Daughtry Merch gekleidet. Auch wenn der Sound bescheiden ist, hört man das der ehemalige American Idol Teilnehmer Chris stimmlich angeschlagen ist. Vor allem das Journey Cover „Separate Ways“ verhunzt der Gute richtig! Warum er den Song überhaupt bringt, bleibt mir ein Rätsel, denn genug eigenes Material mit sechs Alben und drei EPs hat er, um die Spielzeit zu füllen hat!  Immerhin liegt sein Hauptaugenmerk auf den letzten beiden EPs „Shock to the System“ Teil 1 und Teil 2 und natürlich fehlt sein bekanntester Hit „It’s Not Over“ nicht. Auch wie sich Chris auf der Bühne gibt, ist mir zu selbstverliebt und so bin ich ganz froh als nach fast 60 Minuten mit „Artificial“ Schluss ist!

Jetzt wird es aufregend! ALTER BRIDGE legen los mit ihrer neuen Single „Silent Divide“. Was als erstes auffällt, ist das Myles mit Brian die Position auf der Bühne getauscht hat und somit Myles nun links vorne vor dem Schlagzeug steht und Brain mehr in der Mitte unterwegs ist. Somit sieht man mehr von Scott. Mark Tremonti ist gewohnt auf der rechten Seite. Wie schon erwähnt ist das heute die erste Show der Welttournee zum neuen Album und so haben die Jungs ein paar Songs, genauer gesagt insgesamt 4, die noch nie auf der Bühne performed wurden. Mal schauen wie viele davon im Set bleiben. Viele Bands stellen ihr Set um, sobald sie merken, dass bestimmte Songs Live nicht funktionieren. Alter Bridge gehören sowieso zu den Bands, die gerne mal Umstellen und nicht steif auf ihrem einstudierten Programm beharren. Ich habe Alter Bridge seit ihrem „Blackbird“ Album schon oft gesehen und nie erlebt, dass sie eine schwache Show abgeliefert haben, und so ist es auch heute. Hier passt alles, bis auf die erwähnte Akustik der Halle, und vor allem gefällt mir wie sich der eher zurückhaltende Brian heute förmlich austobt. Die sympathischen „Zwei“ (Myles und Mark) sind wie gewöhnlich viel in Interaktion mit dem Publikum. Es ist ja eh so, dass die Band im Grunde zwei Frontmänner hat, die perfekt miteinander zusammenspielen. Auch bei der Setlist kann man nicht Meckern, Knaller wie „Addicted to Pain“, „Cry of Achilles“, „Metalingus“, „Rise Today“ das geniale „Open Your Eyes“ oder „Watch Over You“ werden gespielt. Und Titel wie „Fortress“, das über eine Instagram-Umfrage auf Wunsch der Fans ins Programm genommen wurde oder „Burn it Down“ das von Mark gesungen wird. „In Loving Memory“ mit Myles and Mark an den Akustikgitarren bringt  sehr viel Abwechslungsreichtum ins Programm. Lediglich die beiden Alben „The Last Hero“ und „Pawns & Kings“ werden außenvorgelassen. Den Abschluss machen die beiden Knaller „Blackbird“ und „Isolation“. Besser kann man einen so tollen Konzertabend nicht abschließen und ich hoffe, dass das neue Album Alter Bridge auf die nächstgrößeren Bühnen bringt. Die Band hat es verdient! Text & Fotos: Denis H.

Setlist: Alter Bridge

Silent Divide – Addicted to Pain – Cry of Achilles – Down to My Last – Ghost of Days Gone By – Fortress – Burn It Down – What Lies Within – Open Your Eyes – Wouldn’t You Rather – In Loving Memory – Watch Over You – Tested and Able – Metalingus – Rise Today – Blackbird – Isolation

Nach oben scrollen